SoSe 2026
Einstiegsmodul: Propädeutikum Gender (ProG)
Seminarbeschreibung:
Das Einstiegsmodul "Propädeutikum Gender (ProG)" bietet allen interessierten, unabhängig vom Studienhintergrund und Wissensstand, eine erste Einführung in die Themen Gender & Diversity. Ziel von ProG ist es, den Einstieg ins Zertifikat niedrigschwellig zu gestaltet und die persönliche Reflexion zu den Themen anzuregen.
Das Modul besteht aus 2 Teilen:
Begleitseminar: 2 Termine a 90 Minuten.
Online Selbstlern Kurs: wird zwischen den Terminen in Eigenstudium absolviert.
Die Ergebnisse des online Kurses werden in der Abschlusssitzung des Seminars besprochen. Pro Semester finden mehrere Termine für das Begleitseminar sowohl online als auch in Präsenz statt.
Diese Veranstaltung gilt als Einstiegsmodul für beide Zertifikatsprogramme.
ECTS: 3
Termine:
Option 1 - Digital
Vorbereitung: tba
Nachbereitung: tba
Option 2 - Präsenz
Vorbereitung: tba
Nachbereitung: tba
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
Dr. Marvin Jansen ist Erziehungs- und Bildungswissenschaftler und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg im Arbeitsbereich der Empirischen Bildungsforschung. Seine Schwerpunkte sind Bildung und soziale Ungleichheit, heteronormativitätskritische Perspektiven auf Erziehung und Bildung sowie die qualitative Bildungs- und Biografieforschung.
In seiner 2024 erschienenen Dissertation forschte er zu partnerschaftlichen Herausforderungen und Bewältigungsprozessen schwuler Männer. Aktuell arbeitet Marvin Jansen zu queeren Jugendlichen im Schulkontext und im öffentlichen Raum.
Pflichtmodul Genderkompetenz: Introduction to Current Debates on Gender & Queer Identities
Seminarbeschreibung:
This course aims to introduce students to current debates on gender and queer identities. It asks: “What is the difference between sex, gender and sexual identity?” “What is queer erasure?”, and “What can FLINTA* solidarity look like?” Against the backdrop of short texts that define key terms of gender and queer studies, the course focuses on contemporary (pop-)cultural phenomena that facilitate easy access to ongoing discussions of gender and queer identity. We will explore concepts such as feminism(s), misogyny, new masculinities, or homophobia and will critically analyze their manifestation in, for example, Harry Styles’s photo shoot for Vogue (2020), Greta Gerwig’s movie Barbie (2023), Hungary’s boycott of the 2026 Eurovision Song Contest, and German musician Ikkimel’s studio album FOTZE (2025).
The seminar is offered in English. It features easily accessible short texts in English and often focuses on examples from the English-speaking world. However, students may choose to present, discuss, or write about case studies in German if doing so facilitates their understanding and expression.
Dieses Seminar gilt als Pflichtmodul für das Zertifikat „Genderkompetenz“.
ECTS: 3
Termine:
Donnerstags 10-12 Uhr (wöchentlich)
Erster Termin: 09.04.2026
Im ZGD Seminarraum, Monetastraße 4
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Zur Lehrperson:
Johanna Pelikan (she/her) is a postdoctoral researcher specializing in U.S. literature and visual culture. She studied in Halle (Saale), Albuquerque, Berlin, and Hamburg, where she defended her PhD thesis on the formation and representation of reality in the creative works of modernist Mina Loy in 2025. Her particular interests include twentieth-century women’s writing and artistic practice, modernist poetry, epistemology, and semiotics. In her current research project, she is examining the politics of crafting in nineteenth-century African American literature.
Pflichtmodul Diversity & Intersectionality: Theoretische Perspektiven und analytische Konzepte von Robel Afeworki Abay
Seminarbeschreibung:
Im Mittelpunkt des Seminars steht die These, dass eine intersektionaltätstheoretische Perspektive sich als besonders geeignet erweist, eine gewinnbringende Diskussion über den Umgang mit Differenz, Ungleichheit und Diversität in der Dominanzgesellschaft zu eröffnen. Eine kritisch-reflexive und herrschaftskritische Thematisierung von diskursiv hervorgebrachten und institutionalisierten Differenz- und Ungleichheitsverhältnissen wie z.B. Rassismus, Ableism, (Hetero)Sexismus und Homonationalismus ist insbesondere vor dem Hintergrund aktueller politischen Diskursverschiebung von großer Relevanz für die Selbstpositionierung sowie für Intersektionalitäts- und Diversitätsforschung, da die veränderten gesellschaftspolitischen Bedingungen auch fatale Einflüsse auf die praktische Arbeit mit den Betroffenen sowie für die wissenschaftliche Forschung sozialer Ungleichheitsverhältnisse haben.
Die Erörterungen ausgewählter Seminarlektüre erfolgen auf der Grundlage der theoretischen Ansätze von Diversity & Intersectionality, die einen herrschafts- und dominanzkritischen Zugang zu Kontexten und Modalitäten der Herstellung, Aktualisierung und Reproduktion patriarchal-heteronormativer Strukturen und sozialer Ungleichheitsverhältnisse ermöglichen:
- Intersektionalität: Zum einen werden wir uns mit den vielfältigen intersektionalen Identitäten, Zugehörigkeiten und Lebensrealitäten sowie mit symbolischen und politischen Repräsentationen marginalisierter Gruppen befassen. Anhand dieser theoretischen Auseinandersetzung mit Perspektiven auf Gesellschaft und Institutionen wie z.B. Soziale Arbeit, Schule oder Beratungsstelle wird danach gefragt, welche Herausforderungen die fortbestehenden heteronormativen Strukturen insbesondere für marginalisierte Gruppen wie BIPoC (Black, Indigenous and People of Color), be-hinderten und queeren Communities darstellen, die durch machtvollen Zuschreibungen als ,,die Anderen“ konstruiert und von einer gleichberechtigter Teilhabe an der Gesellschaft ausgegrenzt bzw. ausgeschlossen werden.
- Diversity: Zum anderen werden wir im Seminar über die fehlende Anerkennung und Wertschätzung gesellschaftlicher Vielfalt (Diversität) und die damit einhergehenden erschwerten politischen, sozialen und ökonomischen Teilhabe- und Verwirklichungschancen marginalisierter Communities in einer kapitalistisch organisierten Dominanzgesellschaft kritisch hinterfragt.
Auf dieser Basis werden Teilnehmende des Seminars zentrale Grundlagen der intersektionalen Ungleichheits- und Diversitätsforschung (Diversity & Intersectionality) kennenlernen, um theoretische Überlegungen mit der Praxis sinnvoll in Verbindung zu setzen.
Dieses Seminar gilt als Pflichtmodul für das Zertifikat „Intersektionalität und Diversity“.
ECTS: 3
Termine:
Blockseminar (online) - Montag, 14-18 Uhr an folgenden Tagen:
- 13.04.
- 04.05.
- 01.06.
- 22.06.
- 13.07.
- 27.07.
Das Seminar findet Online statt.
Der Link wird rechtzeitig per E-Mail verschickt
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Zur Lehrperson:
Robel Afeworki Abay (Dr. phil.) ist Soziologe und derzeit Gastprofessor für partizipative Ansätze in den Sozial- und Gesundheitswissenschaften an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Zuvor war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität München tätig. In der partizipativen Studie, die er im Rahmen seiner Dissertation an der Humboldt-Universität zu Berlin gemeinsam mit BIPoC mit Behinderungserfahrungen durchführte, befasste er sich mit intersektionalen Kolonialitäten von Rassismus und Ableismus. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Intersectional Disability Justice; Soziologie der Behinderung und sozialer Ungleichheit; Migrationssoziologie; Diversity und Intersektionalität; Rassismus und Ableismus; Disability Studies und Critical Race Theory (DisCrit); Postkoloniale und Dekoloniale Theorien; Climate und Social Justice sowie partizipative Forschung.
Vertiefungsmodul Diversity & Intersektionalität: Eine Normativ-kritische Perspektive auf Behinderung und Teilhabe.
Seminarbeschreibung:
Das Seminar führt in die theoretischen Grundlagen von Disability Studies und Intersektionalität ein. Behinderung wird dabei nicht als individuelles Defizit, sondern als Ergebnis gesellschaftlicher Barrieren und Machtverhältnisse analysiert. Dabei wird Behinderung nicht isoliert, sondern konsequent intersektional analysiert. Dabei werden die unterschiedlichen Disziplinen und beruflichen Ziele der Studierenden mitgedacht. Das geplante Seminar setzt dabei den Fokus auf aktuelle Diskurse. Das Seminar findet auf Deutsch statt.
Dieses Seminar gilt als Vertiefungsmodul für das Zertifikat „Intersektionalität & Diversity“.
ECTS: 3
Termine:
- 10.04. (Fr) 9:00-16:00 (Präsenz) - VMP 9 A315
- 11.04. (Sa) 9:45-16:15 (digital)
- 19.06. (Fr) 9:00-16:00 (digital)
- 20.06. (Sa) 9:45-16:15 (digital)
Die Links für die online Treffen werden rechtzeitig per Mail an die Teilnehmenden verschickt.
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Zur Lehrperson:
Carolin Feß ist Sozialarbeiterin (M.A.). Derzeit promoviert sie am Institut für Rehabilitationswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitet als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der katho am Standort Münster sowie als Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Münster. Ihre Dissertation befasst sich mit dem Thema „Teilhabe“ aus einer praxeologisch-wissenssoziologischen Perspektive.
Projektseminar "Error - Wie Fehler gemacht werden"
Seminarbeschreibung:
In den 1630er Jahren erlebten die Niederlande die Hochphase der Tulpenmanie. Tulpenzwiebeln wechselten— noch verborgen in der Erde und bei Geschäftsabschluss in ihrer kommenden Blüte unsichtbar — für Summen von über 5000 Gulden den Besitzer. Besonders begehrt waren ursprünglich monochrome Tulpen, die nun in neuen, gestreiften Farbkombinationen erschienen. Im Zentrum dieser außergewöhnlichen Spekulation stand ein Fehler in der Farbgebung, ausgelöst durch das Tulpenmosaikvirus.
Fehler an sich sind weder gut noch schlecht. Sie sind zunächst nichts weiter als Abweichungen von unseren Erwartungen. Um sie aber überhaupt als Abweichung zu erkennen, braucht es feste Strukturen, Normen und Ordnungsprinzipien und Regeln. Was uns als erwartbar, normgerecht oder normal, was als abweichend, ausgefallen oder unpassend gilt, basiert nicht zuletzt auf wissenschaftlichen Klassifikationssystemen, Messungen, Theorien etc. Doch auch wissenschaftliche Erkenntnisse und Methoden selbst erweisen sich manchmal als fehlerhaft – etwa im Lichte konkurrierender Ansätze, gemessen an verbindlichen Gütekriterien oder im historischen Rückblick. Wie aber wird aus dem Fehler eine positive Irritation des Bestehenden, ein Fortschrittsmotor und Lernanreiz – oder eine negativ beurteilte Inkorrektheit, ein zu sanktionierendes Falsch-Sein?
Gehen wir im Themenfeld Geschlecht und Diversity auf Fehlersuche, so fällt schnell ins Auge: Lange war das dominante Denken über Geschlechter von einem binären Ordnungssystem geprägt und rechtlich untermauert, dem ausschließlich „männlich“ und „weiblich“ als gültige Kategorien galten. Wurde eine*r dem starren Entweder-Oder nicht trennscharf gerecht, galten der Körper und/oder die Identität der jeweiligen Person als korrekturbedürftig, nicht aber das binäre System an sich. Dem entgegen entschied das Bundesverfassungsgericht 2017, dass es neben "männlich" und "weiblich" eine dritte Geschlechter-Option geben muss. Es hat damit rechtlich einer Variante den Status eines Bausteins für eine neue Geschlechterordnung zugewiesen; der „Fehler“ wurde zum Quell neuer Erkenntnisse. Gleichwohl wohnen wir heute einer hoch aufgeladenen Debatte bei, in der etwa das Gender-Sternchen für weit mehr steht als für einen Rechtschreibfehler. Das Konzept „Diversity“ wiederum arbeitet mit einer grundsätzlichen Bejahung der Tatsache, dass wir uns voneinander unterscheiden und niemals alle derselben Norm entsprechen. Doch auch hier können wir fragen: Wie definiert sich, welche Abweichungen vom Mainstream als kreative, produktive Besonderheiten gefeiert und welche als unliebsame Störfaktoren disqualifiziert werden? Welche Auswirkungen haben derlei Einordnungen und Benennungen für Menschen? Welche unterschiedlichen Lebensmöglichkeiten gehen damit je einher?
Solchen und weiteren Bezügen zwischen Error und Gender/ Diversity als gesellschaftlichen Ordnungskategorien gehen wir im Seminar nach. Wir erkunden, erleben und reflektieren unterschiedliche disziplinäre Zugänge und Fachkulturen, indem wir jede Sitzung an einer anderen kooperierenden Hochschule abhalten und dort tätige Nachwuchswissenschaftler*innen zu Gast haben, die uns vor Ort spannende, praktische Einblicke in ihre Forschungen rund um das Thema Error gewähren.
Termine:
tba
Ort: im Wechsel an den Teilnehmenden Hochschulen - erster und zweiter Termin im Seminarraum des ZGD, Monetastraße 4.
Beginn der ersten Lehrveranstaltung am tba
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
tba
Forschungskolloquium Gender
Das interdisziplinäre Kolloquium bietet einen inklusiven Raum, in dem sich Studierende, Promovierende, Postdocs und alle am Zentrum Gender & Diversity interessierten Personen über Diversität, Intersektionalität und Feminismus austauschen können. Wir gestalten unsere Sitzungen gemeinsam und legen ausgehend von den Interessen der aktiven Teilnehmer*innen erst zu Beginn des Semesters Themenschwerpunkte fest.
In den einzelnen Sitzungen besteht die Möglichkeit, sowohl die eigene Forschung als auch aktuelle Themen aus Politik, Praxis und Forschung vorzustellen und Feedback durch die Gruppe zu erhalten. Neben der Auseinandersetzung mit methodischen und theoretischen Ansätzen, bspw. zu Intersektionalität, Allyship, trans und nicht-binären Perspektiven sowie gendersensibler Sprache, haben wir in der Vergangenheit beispielsweise über soziale Phänomene wie Femizide, den Umgang mit problematischen Autor*innen oder Sexismus und Rassismus in der Uni bzw. am Arbeitsplatz diskutiert.
Ziel des Kolloquiums ist es dabei einerseits den Austausch unterschiedlicher Forschungsdisziplinen wie u. a. der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Psychologie, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaft zu unterstützen und andererseits eine Verbindung zwischen unterschiedlichen theoretischen sowie praktischen Arbeitsbereichen herzustellen.
Die Veranstaltungen finden in der Regel in deutscher Sprache statt. Nach Absprache mit der Lehrperson besteht die Möglichkeit, einzelne Sitzungen auf Englisch zu halten.
Das Forschungskolloquium gibt keine ECTS und ist aktuell nicht für die Studienzertifikate anrechenbar.
Termine:
Wir treffen uns immer am letzten Mittwoch im Monat von 18:00 bis 19:30 Uhr (im März und August entfallen die Treffen).
Die Termine für das Sommersemester 2026:
- 29.04.2025
- 27.05.2025
- 24.06.2025
- 29.07.2026
- 30.09.2026
Ort: Monetastr. 4, 20146 Hamburg, im Wintergarten.
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über tba
Zielgruppe:
Egal, ob ihr in dem Themengebiet promoviert und forscht, im Bachelor oder Master studiert oder einfach für Intersektionalitäts- und Diversitätsaspekte brennt – jede*r ist willkommen!
Wir gestalten unsere Sitzungen gemeinsam und freuen uns, über alle, die dazu kommen. Ihr seid eingeladen, euch aktiv mit Beiträgen und Themenvorschlägen einzubringen.
Bei Interesse schreibt uns gerne eine E-Mail an kolloquium-zgd"AT"uni-hamburg.de und kommt bei unseren Treffen vorbei.
Wir freuen uns auf bunte Diskussionen mit euch!
Informationen zur Barrierefreiheit:
Solltet Ihr spezifische Bedürfnisse haben, zögert bitte nicht, uns über E-Mail darauf anzusprechen. Wir sind offen, individuelle Lösungen für die Teilnahme zu finden.
Der Zutritt zum ZGD ist barrierefrei, nur der Zugang zu den Toiletten ist es leider nicht.
Information zur Lehrperson:
Der Lehrauftrag wird im Wechsel durch ein aktives Mitglied des Kolloquiums übernommen.
Sara Sobhe studierte Deutsche Sprache und Literatur und Sprachen, Geschichte und Kulturen des Vorderen Orients im Bachelor an der Universität Hamburg und absolvierte anschließend den Masterstudiengang Deutschsprachige Literaturen (SP Interkulturelle Literaturwissenschaften). Ihre Masterarbeit widmete sich Fragen von Care und Kollektivität in zeitgenössischen Literatur- und Performanceproduktionen – daraus entwächst aktuell das Promotionsprojekt Caring Arts: Poetologien und Praktiken sorgender Kollektivtäten. Im Sommersemester 2025 verband sie ihr Forschungsanliegen mit der Lehre am Institut für Germanistik der Universität Hamburg. Neben ihren akademischen Tätigkeiten ist sie in der politischen Stadtteilarbeit in Hamburg-Wilhelmsburg aktiv.
