WiSe 2026/2027
Einstiegsmodul: Propädeutikum Gender (ProG)
Seminarbeschreibung:
Das Einstiegsmodul "Propädeutikum Gender (ProG)" bietet allen interessierten, unabhängig vom Studienhintergrund und Wissensstand, eine erste Einführung in die Themen Gender & Diversity. Ziel von ProG ist es, den Einstieg ins Zertifikat niedrigschwellig zu gestaltet und die persönliche Reflexion zu den Themen anzuregen.
Das Modul besteht aus 2 Teilen:
Begleitseminar: 2 Termine a 90 Minuten.
Online Selbstlern Kurs: wird zwischen den Terminen in Eigenstudium absolviert.
Die Ergebnisse des online Kurses werden in der Abschlusssitzung des Seminars besprochen. Pro Semester finden mehrere Termine für das Begleitseminar sowohl online als auch in Präsenz statt.
Diese Veranstaltung gilt als Einstiegsmodul für beide Zertifikatsprogramme.
ECTS: 3
Termine:
Option 1 - Präsenz
Vorbereitungstreffen: Mo. 02.11.26 16-18 Uhr (Raum wird noch bekannt gegeben)
Nachbereitungstreffen: Mo. 14.11.26 16-18 Uhr (Raum wird noch bekannt gegeben)
Option 2 - Digital
Vorbereitungstreffen: Mo. 08.02.27 16-18 Uhr
Nachbereitungstreffen: Mo. 22.03.27 16-18 Uhr
(Der Link wird rechtzeitig an die Teilnehmenden verschickt.)
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
Dr. Marvin Jansen ist Erziehungs- und Bildungswissenschaftler und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg im Arbeitsbereich der Empirischen Bildungsforschung. Seine Schwerpunkte sind Bildung und soziale Ungleichheit, heteronormativitätskritische Perspektiven auf Erziehung und Bildung sowie die qualitative Bildungs- und Biografieforschung.
Aktuell arbeitet Marvin Jansen im Projekt FLENS (Fostering Local Empowerment Networks for Gender and Diversity in Science) – ein Projekt zur Vernetzung und Stärkung von LSBTIQ*- und FLINTA*-Personen im Wissenschaftssystem. Nebenbei arbeitet er als Lehrbeauftragter für das ZGD.
Pflichtkurs: Intersektionalität im Kontext von Identität, Flucht/Migration und Othering-Prozessen
Dieses Seminar ist der in diesem Semester angebotene Pflichtkurs für das Zertifikat Insersektionalität & Diversität.
Seminarbeschreibung:
Wir starten mit einer theoretischen Auseinandersetzung mit Intersektionalität als einem wesentlichen Konzept zum Verständnis sozialer Ungleichheiten in ihrem Zusammenwirken in der aktuellen feministischen Theoriebildung. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen analysieren wir die Herausbildung des Konstrukts von ‚Wir’ und ‚die Anderen’ in Antike und Aufklärung. Wir diskutieren soziologische und literarische Texte zu Identität und Migration und setzen uns mit der Bedeutung von Intersektionalität im Kontext von Othering-Prozessen auseinander. Hierbei geht es auch um Geschlechteridentitäten und sexuelle Orientierung. Wir untersuchen migrantischen Widerstand gegen rassistische Zuschreibungen in intersektionaler Perspektive und wie sich Geflüchtete aktuell selbst repräsentieren.
Das Seminar ist als Lektürekurs angelegt. Wir setzen uns aber auch mit Filmspots, Bildern und Musik auseinander. Die Seminardiskussionen werden eingeführt durch Referate der Teilnehmenden, die durch die Lehrende unterstützt werden. Das Seminar fördert kritisches Lesen und Durchdringen theoretischer Ansätze. Die Studierenden setzen sich mit Identitätsbildung in einer globalisierten Welt auseinander und haben die Möglichkeit, eigene Erfahrungen damit, zu den ‚Anderen’ gemacht zu werden aus ihrem Alltag einzubringen und gemeinsam zu reflektieren.
Ich begreife das Seminar als Ort an dem ein Instrumentarium erarbeitet wird, dass es den Teilnehmenden erlaubt die Herausbildung von Othering-Prozessen in Bezug auf die Geschlechterverhältnisse, die Klassenzugehörigkeit wie die Konstruktion rassistischer Zuschreibungen und was das für Identität bedeutet intersektional zu analysieren und als historisch umkämpft zu verstehen.
Termine:
Donnerstags, 10-12 Uhr (Raum wird noch bekanntgegeben)
Erster Termin: 15.10.2026
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
Simone Beate Borgstede, PhD., ist Soziologin und Historikerin. Sie organisiert Seminare zu Intersektionalität, Feminismus in postkolonialer Perspektive und Rassismus im Kontext von Flucht/Migration. Schwerpunkte ihrer Forschung sind Rassismus und soziale Bewegungen. Insbesondere interessiert sie sich dafür wie wir Rassismus, Sexismus und Klassismus und ihre Überschneidungen alltäglich überwinden können.
Simone lebt seit 1982 in der St. Pauli Hafenstraße. Sie wehrt sich mit anderen Nachbar_innen gegen die rassistischen Kontrollen in ihrer Nachbarschaft und engagiert sich zusammen mit geflüchteten und migrantischen Frauen für gegenseitigen Respekt und gleiche Rechte für alle.
Pflichtkurs: Gender & Queer - Eine Einführung in aktuelle (antifeministische) Diskurse
Seminarbeschreibung:
Dieses Grundlagenseminar wird zunächst einen Überblick über die drei Wellen der Frauenbewegung in Deutschland und die unterschiedlichen feministischen Bewegungen verschaffen, um zu verstehen, wie sich geschlechtertheoretische Ansätze akademisiert und etabliert haben. Durch Textsequenzen u. a. von Christine Klapeer (2015), Nina Degele (2019) oder Mike Laufenberg (2023) erfolgt schließlich ein Einstieg in unterschiedliche gender- und queertheoretische Ansätze, die ebenfalls kultur-historisch eingeordnet werden. Daran anknüpfend werden unterschiedliche thematische Bereiche wie der Umgang mit Geschlecht und Normativität in der Schule, in der Forschung oder in den sozialen Medien (aus teils interdisziplinären Perspektiven) betrachtet.
Diese thematischen Einblicke sollen anhand aktueller (politischer) Beispiele diskutiert werden. Ein Schwerpunkt wird dabei auf aktuelle antifeministische Bewegungen gesetzt (Grenz 2025). Im letzten Seminarblock haben die Teilnehmenden die Möglichkeit ihre eigenen Interessen und Fachexpertisen mit in die Seminargestaltung einfließen zu lassen.
Termine:
Einführung: 08.01.2027
Block 1: 15.01.2027 (12-18 Uhr) und 16.01.2027 (10-16 Uhr)
Block 2: 22.01.2027 (12-18 Uhr) und 23.01.2027 (10-16 Uhr)
Räume werden noch bekannt gegeben.
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
Dr. Marvin Jansen ist Erziehungs- und Bildungswissenschaftler und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg im Arbeitsbereich der Empirischen Bildungsforschung. Seine Schwerpunkte sind Bildung und soziale Ungleichheit, heteronormativitätskritische Perspektiven auf Erziehung und Bildung sowie die qualitative Bildungs- und Biografieforschung.
Aktuell arbeitet Marvin Jansen im Projekt FLENS (Fostering Local Empowerment Networks for Gender and Diversity in Science) – ein Projekt zur Vernetzung und Stärkung von LSBTIQ*- und FLINTA*-Personen im Wissenschaftssystem. Nebenbei arbeitet er als Lehrbeauftragter für das ZGD.
Vertiefungskurs: Gender dekolonialisieren: Gender anders denken
Dieses Seminar ist ist als Vertiefungskurs anrechenbar.
Seminarbeschreibung:
Obwohl im Rahmen der Gender Studies große Anstrengungen unternommen werden, um die verschiedenen nicht-binären oder transsexuellen Sexualitäten zu berücksichtigen und in die Diskussionen einzubeziehen, wird in der Regel weiterhin von binären Vorstellungen und festen Geschlechterordnungen ausgegangen, die oft von eurozentrischen und kolonialen Perspektiven geprägt sind, wodurch entsprechende Denkweisen reproduziert werden. Im Globalen Süden zeigen zum einen dekoloniale und indigene Feministinnen in ihren Forschungen und Diskussionen, dass es „andere“ Vorstellungen und Kategorisierungen von Geschlechtern gibt, die darüber hinaus gehen und die auf ihren spezifischen Alltagserfahrungen, ihrer Geschichte und Wissensystemen sowie ihrem nichtbinären Weltverständnis beruhen. Zum anderen präsentieren Gruppen und Gemeinschaften mit der zunehmenden Digitalisierung und der bildbasierten Darstellung der Welt, sich selbst und ihre Lebensweisen, die außerhalb der Binarität organisiert und gelebt werden. Dazu kommen Ansätze aus Bewegungen, wie der CUIR-Bewegung, die sich auf Formen von Queerness beziehen und diese explizit mit anderen Kategorien sozialer Ungleichheit verknüpfen und somit andere soziale Gruppen und deren Kämpfe einbeziehen, ähnlich wie es bspw. in den Anfängen der Queer-Bewegung in den USA der Fall war. Die systematische Gewalt, der sowohl das epistemologische Konzept als auch die Lebensweise dieser Gruppen ausgesetzt sind, ist ein weiterer zu analysierender Aspekt, denn obwohl sie durch normative zivilisatorische Ideen und Konzepte stark unterdrückt und unsichtbar gemacht wurden, bestehen diese Lebensweisen weiterhin, und der analytische Ansatz trägt weiterhin Früchte, indem er die Analyse der Vielfalt verfeinert und um eine weitere Perspektive erweitert. Vor diesem Hintergrund werden in dem Seminar Texte und Fälle diskutiert werden, die im globalen Süden zu diesem Thema verfasst und konzipiert wurden, sowie aktuelle Beispiele von Gruppen und Gemeinschaften, in denen Geschlecht jenseits der normativen binären Vorstellung organisiert und gelebt wird, um so zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen und dem hegemonialen eurozentrierten Wissenssystem als Teil einer kolonialen Modern beizutragen, auf Grundlage von analytischen Texten aber auch von Beispielen aus gegenwärtigen Lebensrealitäten. In diesem Sinne soll es nicht um eine Diskussion reiner Süd-Perspektiven gehen, sondern auf theoretisch-analytischer Ebene auch um Verflechtungen mit und spezifische Fälle aus dem Globalen Norden.
Termine:
Donnerstags, 16-18 Uhr
Erster Termin: 15.10.2026 16-18 Uhr
Räume werden noch bekannt gegeben.
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Information zur Lehrperson:
Informationen folgen.
Forschungskolloquium für Alle
Das interdisziplinäre Kolloquium bietet einen inklusiven Raum, in dem sich Studierende, Promovierende, Postdocs und alle am Zentrum Gender & Diversity interessierten Personen über Diversität, Intersektionalität und Feminismus austauschen können. Wir gestalten unsere Sitzungen gemeinsam und legen ausgehend von den Interessen der aktiven Teilnehmer*innen erst zu Beginn des Semesters Themenschwerpunkte fest.
In den einzelnen Sitzungen besteht die Möglichkeit, sowohl die eigene Forschung als auch aktuelle Themen aus Politik, Praxis und Forschung vorzustellen und Feedback durch die Gruppe zu erhalten. Neben der Auseinandersetzung mit methodischen und theoretischen Ansätzen, bspw. zu Intersektionalität, Allyship, trans und nicht-binären Perspektiven sowie gendersensibler Sprache, haben wir in der Vergangenheit beispielsweise über soziale Phänomene wie Femizide, den Umgang mit problematischen Autor*innen oder Sexismus und Rassismus in der Uni bzw. am Arbeitsplatz diskutiert.
Ziel des Kolloquiums ist es dabei einerseits den Austausch unterschiedlicher Forschungsdisziplinen wie u. a. der Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft, Psychologie, Politikwissenschaft und Erziehungswissenschaft zu unterstützen und andererseits eine Verbindung zwischen unterschiedlichen theoretischen sowie praktischen Arbeitsbereichen herzustellen.
Die Veranstaltungen finden in der Regel in deutscher Sprache statt. Nach Absprache mit der Lehrperson besteht die Möglichkeit, einzelne Sitzungen auf Englisch zu halten.
Termine:
Wir treffen uns immer am letzten Mittwoch im Monat von 18:00 bis 19:30 Uhr (im März und August entfallen die Treffen).
Die Termine für das Wintersemester 2026/27:
- Di, 27.10.26 (Ausweichtermin)
- Mi, 25.11.26
- Mi, 27.01.27
- Mi, 24.02.27
Ort: tba
Anmeldung:
Die Anmeldung läuft über unser Ticketsystem.
Zielgruppe:
Egal, ob ihr in dem Themengebiet promoviert und forscht, im Bachelor oder Master studiert oder einfach für Intersektionalitäts- und Diversitätsaspekte brennt – jede*r ist willkommen!
Wir gestalten unsere Sitzungen gemeinsam und freuen uns, über alle, die dazu kommen. Ihr seid eingeladen, euch aktiv mit Beiträgen und Themenvorschlägen einzubringen.
Bei Interesse schreibt uns gerne eine E-Mail an kolloquium-zgd"AT"uni-hamburg.de und kommt bei unseren Treffen vorbei.
Wir freuen uns auf bunte Diskussionen mit euch!
Informationen zur Barrierefreiheit:
Solltet Ihr spezifische Bedürfnisse haben, zögert bitte nicht, uns über E-Mail darauf anzusprechen. Wir sind offen, individuelle Lösungen für die Teilnahme zu finden.
Der Zutritt zum ZGD ist barrierefrei, nur der Zugang zu den Toiletten ist es leider nicht.
Information zur Lehrperson:
Der Lehrauftrag wird im Wechsel durch ein aktives Mitglied des Kolloquiums übernommen.
Marisa Laugsch hat ihren Master in Deutschsprachigen Literaturen an der Universität Hamburg mit der Arbeit „Mutter Sein als Beruf? – Formen der Sorge in Karin Strucks ‚Kindheits Ende. Journal einer Krise‘“ abgeschlossen. Zuvor erwarb sie einen Bachelor in Kulturwissenschaften und Philosophie an der Leuphana Universität Lüneburg. In ihren Arbeiten verbindet sie literaturwissenschaftliche Fragestellungen mit Themen wie Krankheit, Gesundheit, Empowerment und Disability Studies. Außerdem ist sie als freiberufliche Schreibberaterin auf das Schreiben mit chronischen Erkrankungen und Neurodivergenzen spezialisiert.
